Was ist typisch weiblich? Was ist typisch männlich?

Eine Grafik mit einem Mann und einer Frau und der Frage, was typisch männlich oder weiblich ist.

Ein Junge ist wild, ein Mädchen brav. Ein Mädchen spielt gern mit Puppen, ein Junge lieber mit Bauklötzen. Ein Mann ist dominant, eine Frau einfühlsam. Dies alles sind Geschlechterstereotypen und Vorurteile, die unsere Gesellschaft typischerweise so formuliert.

Eine starke Frau wird schnell als bossy abgestempelt, ein Mann, der seine Gefühle offen zeigt, wird schnell schwach genannt. In diese Geschlechterstereotypen werden wir schon als Kind hineinerzogen.

Dies gilt auch für Hobbies und Berufe: Männer sind gut in räumlichem Vorstellungsvermögen, Mathematik und haben ein gutes technisches Verständnis. Deshalb sind sie besser in handwerklichen Arbeiten. Frauen hingegen sind gut in Sprachen und kommunikativ. Deshalb mögen sie es, Zeit in Gesellschaft zu verbringen und sind besser darin, sich um andere zu kümmern.

Geschlechterstereotype sind wissenschaftlich nicht haltbar

Alle diese Interessen und Fähigkeiten, die einem bestimmten Geschlecht zugewiesen werden, sind wissenschaftlich nicht haltbar. Soziale und kulturelle Faktoren prägen diese Stereotypen deutlich stärker als die Biologie. Die Forschung belegt, dass Stereotype über Länder hinweg damit korrelieren, welche beruflichen und sozialen Positionen Frauen und Männer tatsächlich innehaben. Das bedeutet konkret: Wenn Frauen in einer Gesellschaft verstärkt in Pflege- und Erziehungsberufen arbeiten, werden sie als „fürsorglich" stereotypisiert – nicht weil sie von Natur aus so sind, sondern weil sie diese Positionen einnehmen.

Programmieren war mal Frauensache

Dabei verändern sich Stereorype im Verlaufe der Zeit. Das Programmieren war in den 1970ern klar weiblich konnotiert. Viele Frauen waren in diesem Bereich beruflich tätig. Das lag unter anderem daran, dass Software nicht als technisch galt, sondern als Dienstleistung angesehen wurde, die Sorgfalt und Genauigkeit erfordert. Ab dem Zeitpunkt, als Programmieren nicht mehr als Dienstleistung, sondern als technische Kernkompetenz an naturwissenschaftlichen Universitäten gelehrt wurde, änderte sich die Wahrnehmung fundamental. Die gleiche Tätigkeit wurde plötzlich mit Mathematik und Logik verbunden – Bereichen, die in unserer Kultur männlich codiert sind. Parallel sank der Frauenanteil dramatisch. Die Arbeit selbst hatte sich nicht geändert. Nur die gesellschaftliche Bewertung.

In Malaysia gelten heute noch Berufe am Computer als klassische Frauenjobs. Die Arbeit erfordert keine körperliche Anstrengung, findet in einer sauberen Umgebung statt und kann von zu Hause aus ausgeführt werden, während man sich um die Kinder oder ältere Angehörige kümmert.

Peppermintas setzen uns für den Aufbruch dieser Stereotypen ein

Wir Peppermintas möchten deshalb Mädchen dazu ermutigen, sich mehr für MINT-Fächer zu begeistern. Wir möchten diese Stereotypen auflösen und Mädchen motivieren, neugierig und selbstbewusst zu sein. Komm an einen unserer nächsten Events!

Weiter
Weiter

35 Peppermintas erkunden die Sternwarte Urania und rätseln sich durch Zürich