Diese Sportarten für Frauen als gefährlich

Die Geschichte des Frauensports ist geprägt von hartnäckigen medizinischen Mythen. Ärzte, damals fast nur Männer, warnten, dass Frauen beim Sport ihre Gebärfähigkeit verlieren würden, dass ihre Körper zu schwach seien oder dass intensive körperliche Aktivität sie überfordern würde. Diese Bedenken waren jedoch nicht evidenzbasiert, sondern spiegelten gesellschaftliche Vorstellungen wider, die Frauen aus männer-dominierten Bereichen wie Sport fernhalten sollten.

Fussball

Während des ersten Weltkriegs, als die Männer an der Front waren, wurde Fussball in England zu einem Frauensport. Rund 150 Frauenteams spielten in Ligen gegeneinander, tausende Menschen kamen zum Zuschauen. Die „Dick Kerr’s Ladies“ stellten an Weihnachten 1920 mit 53.000 Zuschauern sogar einen Weltrekord auf. Ein paar Monate darauf wurde Fussball für Frauen verboten. In Deutschland war Fussball für Frauen bis 1970 verboten, auch in der Schweiz gab es grosse Hürden, die Frauenfussball quasi verunmöglichten. Erst 1989 fand die erste EM im Frauenfussball statt, zwei Jahre später dann die erste Weltmeisterschaft.

Joggen

Auch Laufsport galt bis in die 70er Jahre als zu gefährlich für Frauen. Ihnen wurde medizinisch empfohlen, maximal zwei Meilen pro Stunde schnell zu rennen, schneller wäre ungesund. Das entspricht etwa einer Laufzeit von 18 Minuten pro Kilometer. Auch zu Marathons oder anderen Laufevents waren nur Männer zugelassen.

1968 durften Frauen in Deutschland zum ersten Mal offiziell an einem Marathon mitlaufen. Ein Jahr davor wurde in Boston eine Frau noch vom Rennleiter persönlich attackiert, als sie bei einem Marathon mitlief. Der Marathon wurde für Frauen erst in Los Angeles 1984 zur olympischen Disziplin.

Velofahren

Erst war Fahrradfahren etwas für die Elite, um 1900 herum wurde das Fahrrad dann ein Alltagsgegenstand. Aber nicht für Frauen - für sie galt Velofahren weiterhin als unschicklich. Frauen auf Fahrrädern mussten sich beschimpfen lassen und wurden sogar mit Steinen beworfen. Es wurde sogar behauptet, Velofahren lasse das Jungfernhäutchen reissen oder mache unfruchtbar.

Die Frauen liessen sich das aber nicht gefallen. Immer mehr Frauen steigen aufs Rad und so entwickelte sich unter anderem Mode, die Frauen besser Fahrrad fahren liess und es wurden auch Fahrräder entwickelt, die für Frauen geeigneter waren mit einem gebogenen Lenker und einem tieferen Rahmen. Das Velo wurde so schon sehr früh zu einem Symbol und Werkzeug der Emanzipation.

Boxen

Erste Hinweise auf boxende Frauen in der Schweiz existieren schon früh - um das Jahr 1880. In Lausanne wurden für Frauen Boxtrainings angeboten. Allerdings handelte es sich dabei nicht um klassisches Boxen. Frauen sollten elegant boxen, es war wohl eher eine Gymnastik-Einlage.

Erst in den 1990ern wurde Boxen auch für Frauen als Wettkampfsport in der Schweiz anerkannt. Christina Nigg wurde 1998 Box-Weltmeisterin, allerdings erhielt sie in der Schweiz als Frau keine Lizenz als Profi-Boxerin. Diese musste sie sich im Ausland beschaffen. Erst ein Jahr darauf hatte der Schweizer Boxverband das Einsehen.

Auch beim Boxen hatten Frauen mit medizinischen Schein-Argumenten zu kämpfen. So wurde gesagt, dass Schläge auf die Brust zu Brustkrebs führen könnten. Ausserdem galten boxende Frauen lange als unfruchtbar und dumm.

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